Was ist Absinthe?



Absinthe
ist ein alkoholhaltiges Getränk, bei dem verschiedene pflanzliche Ingredienzen in Alkohol zur Mazeration angesetzt und anschließend destilliert werden. Dazu wird ein Destillationsapparat verwendet, den man französisch als alambic bezeichnet. In der Deutschschweiz kennt man dafür auch die Begriffe Brenngeschirr und Brennhafen.

Pflanzliche Stoffe


Bei den angesetzten pflanzlichen Ingredienzen handelt es sich auf jeden Fall immer um Wermutpflanzen. Dabei gibt es weitere Würzpflanzen, die per Definition noch dazu gehören und andere, die nach dem Gout des Absinthe-Destillateurs hinzugegeben werden.

Zu den wichtigsten pflanzlichen Inhaltsstoffen gehören:

Großer Wermut

grande absinthe f

artemisia absinthium

Bestes Anbaugebiet in der Schweiz: Val de Travers NE, die Heimat des Absinthe. Bitter in Geruch und Geschmack; wird vor allem auch als Heilmittel verwendet. Gilt als stärkend, anregend, entwurmend und wird bei Schwellungen und bei depressiven Verstimmungen verwendet.

Kleiner Wermut

petite absinthe f

artemisia pontica

Bestes Anbaugebiet in der Schweiz: Val de Travers NE, die Heimat des Absinthe. Lieblicher als die grande absinthe; trägt vor allem zur Färbung des Absinthe bei.

Ysop m

hysope f

hyssopus officinalis

Wächst in Südfrankreich sowie in Mittel- und Osteuropa wild. Gilt als Heilpflanze und wird bei Lungen-
erkrankungen eingesetzt, da schleimlösend. Herber, kampferartiger Geschmack.

Melisse

mélisse f

melisse officinalis

Heilpflanze mit würzigem, aromatischem Geschmack. Wird verwendet bei Migräne, Krämpfen, Magenschwächen und Herzbeschwerden.

Anis

anis m

pimpinella anisum

Ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum und Westasien. Süßlich-aromatisch. Wird als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Gilt als antibakteriell, entzündungshemmend, schleimlösend, gegen Krämpfe und Blähungen sowie aphrodisierend wirkend.

Sternanis

badiane f

illicum verum

Ursprünglich aus Nordvietnam und Südchina. Geruch und Geschmack wie akzentuierter Anis aber brennender, würziger. Wird als Heilpflanze bei Rheuma und bei Zahnschmerzen eingesetzt.

Fenchel

fenouil m

foeniculum vulgare

Kräftiger, eigenartiger Geruch. Im Geschmack anfänglich etwas bitterlich, dann süß mit leichter Kampfernote. Gilt als verdauungsfördernd, magenstärkend und krampflösend. Vor allem als Gemüse bekannt.

Süßholz
auch: Lakritze, Bärendreck

réglisse f

glycyrrhiza glabra

Mitteleuropa und Asien. Vor allem als Würzmittel verwendet. Wird medizinisch bei Gastritis und auch bei Katarrhen eingesetzt.

Koriander

coriandre f

coriandrum sativum

Kommt rund um das Mittelmeer vor. Sowohl die Körner als auch die grünen Blätter werden hauptsächlich als Gewürze in der Küche verwendet. Hilft gegen Durchfall, Krämpfe und Rheumatismus.

Pfefferminze

menthe f

mentha piperita

Würzig, kühlend, aromatisch. Wird vornehmlich als Tee bei Magen-Darmbeschwerden und bei Blähungen verwendet. Entspannende Wirkung. Häufig auch als Würzkraut in der Küche eingesetzt.

Beifuß

armoise f

artemisia vulgaris

Ursprüngliche Herkunft nicht mehr bestimmbar, kommt in allen nördlichen Zonen vor und wird rund ums Mittelmeer auch für kommerzielle Nutzungen angebaut. Das bitterliche Aroma wird gerne bei schweren, fetthaltigen Fleischgerichten als Gewürz eingesetzt. Als Heilpflanze heute nicht mehr von Bedeutung.

Echter Ehrenpreis
auch: Wald-Ehrenpreis

véronique f

veronica officinalis

In Nordamerika, Europa und Nordasien vorkommend. Wird als Naturheilmittel eingesetzt, Genuß der Blüten hat halluzinogene Wirkungen. Anwendung bei Gicht, Rheuma und Verdauungsbeschwerden. Junge Blätter werden z.T. auch als Salatpflanze wie Brunnenkresse genutzt.

Angelikawurzel

angélique f

angelica archangelice

Von Westeuropa bis zum Himalaya vorkommend. Mit anfänglich aromatischem, dann aber gegen bitterscharf tendierendem Geschmack, appetitanregend. Geruch stark würzig. Wirkt gegen Entzündungen.


La Bleue et la Fée verte


Die absinthe blanche erhält mit der Zugabe von Wasser ihre milchig-bläuliche Farbe. Daher kommt der Name La Bleue.

Die absinthe verte wird duch die Zugabe von chlorophyllhaltigen Pflanzen auf grün getrimmt. Kommt das Wasser hinzu, so ergibt sich die milchig-grünliche Färbung, die dieser Art Absinthe auch zum Namen La Fée verte verholfen hat.

Ein P.S. für Sprachpuristen:
Das deutsche Wort Absinthist grammatikalisch männlich, französisch hingegen ist das Wort absinthe weiblich. Somit zwingt mich mein Entscheid, auch in deutschen Texten Absinthe zu schreiben, zu einem Kompromiß: Normalerweise schreibe ich der Absinthe, kommt jedoch ein französisches Adjektiv hinzu, so muß es korrekterweise die absinthe heißen. vgl. Absinth oder Absinthe.

Qualitäten


Absinthe wird in folgende Kategorien gegliedert:


Absinthe ordinaire

ca. 47 % vol. Alkohol

untere Qualität

Absinthe demi-fine

bis zu 68 % vol. Alkohol

mittlere Qualität

Absinthe fine

68 – 72 % vol. Alkohol

höchste Qualität

Absinthe Suisse

per Definition 68 – 72 % vol. Alkohol

Neuerdings gibt es einzelne Produzenten in der Schweiz, die noch höhere Volumenprozente destillieren. (02/2019)

Qualitätsprodukte aus dem Val de Travers sind immer "warm" hergestellt und reine Kräuterdestillate. Das gilt auch für Produkte, die heute einen geringeres Volumenprozent Alkohol aufweisen.

Warm oder kalt?


Diese Frage bezieht sich auf das Herstellungsverfahren.

Qualitativ einwandfreie Absinthe sind immer duch Destillation entstanden. D. h. die angesetzten Kräutermischungen wurden in einem Destillationsapparat zum Verdampfen und Kondensieren gebracht.

Daneben gibt es auch noch den "kalten Weg". Bei diesem Verfahren gibt es keine Destillation. Reinem, neutralem Alkohol werden Kräuterextrakte, ätherische Öle und weitere Geschmacksträger zugesetzt. Aus dieser Methode resultieren keine hochwertigen Qualitäten.

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... und das Thema Thujon
Absinthe-Kultur
Absinthe-Kult
Fakten

Informationen zum Umgang mit Absinthe und zu seiner Geschichte finden Sie hier:

Pastis-Liebhaber